Kerbegesellschaft Beuerbach

denn Tradition verpflichtet {seit 1793}

Der Name Beuerbach ist auf den letzten Seiten, die sich intensiv mit dem Nachbarort Bechtheim beschäftigt haben, schon häufig gefallen. Dies war die Folge der politischen und kirchlichen Verflechtung der beiden Dörfer im Laufe ihrer Entwicklung.

Sollte man daraus aber schließen, daß dadurch eine enge Verbundenheit zwischen den Dörfern

entstanden ist, so beweist die Geschichte das Gegenteil. Obgleich im Mittelalter noch

nicht einmal eine formale Teilung der landwirtschaftlichen Flächen vollzogen war,

über Jahrhunderte nur ein Schultheiß und nur ein Pfarrer amtierte, die Beuerbacher

Kinder über Jahrzehnte in Bechtheim zur Schule gingen, so konnten sich die Beuerbacher

doch niemals damit abfinden, nur als eine Art Vorort von Bechtheim behandelt zu

werden. Dies erschien ihnen wohl besonders ungerecht in den Zeiträumen, in denen die

Zahl der Einwohner ihres Ortes die größere war. Nachbarschaft, fließende Grenzen und

eine gemeinsame Geschichte sind also keine Garantie für Einvernehmen. Gerade die

Verteilung der Ackerflächen in der Gesamtfläche führte zu Streitigkeiten, die immer

wieder auch aktenkundig wurden. Aber natürlich hatte man auch gemeinsame

Feinde, gegen die man sich einig zur Wehr setzte. So entstand zwischen Beuerbach und

Dauborn und in Fortsetzung zwischen Bechtheim/Ketternschwalbach und Kirberg

ein Gebück. Beginnend am Wörsbach entlang der Katharinenhecke im Walddistrikt

Halbach verlief in westlicher Richtung, vorbei am Schanzenkopf, Schlag, Wolfsheck,

Bechtheimer Oberholz, über Ketternschwalbach bis zur Aar ein Bollwerk, aus Erdwall,

Graben und verflochtenem Baum- und Strauchbewuchs, das für Mensch und Tier

undurchdringlich war und dem Schutz vor feindlichen Übergriffen diente. Irrtümlich

wurde diese Anlage in früheren Zeiten als Teil einer römischen Grenzbefestigung ange-

sehen, also dem Limes zugerechnet.

 

Heute weiß man, daß dieses Gebück um 1355 nach einer Fehde zwischen Diez und Nassau

errichtet wurde und über Jahrhunderte die Grenzlinie bildete. Der einzige Durchgang

dürfte der Verbindungsweg zwischen Bechtheim und Ohren in der Wolfsheck am

Schlag gewesen sein. Eine historische Karte aus dem Jahre 1757 zeigt diese

Straßenführung, von Ketternschwalbach kommend über den Paß durch den Schlag

nach Ohren verlaufend, eindeutig. Noch heute finden sich einige historische

Grenzsteine, die teils im ehemaligen Graben, teils auf dem Wall stehen. Viele Teile der

alten Grenz- und Waldanlage sind in der Feldflur noch heute gut erkennbar. Der Verlauf bildet heute fast an allen Punkten die Grenzlinie zwischen Hünstetten und Hünfelden.

 

Quelle : Gemeinde Hünstetten

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